FAQ

Im Folgenden werden in alphabetischer Weise die meist gestellten Fragen bezüglich unserer Schulgründung, des Schulalltags und unseren pädagogischen Absichten beantwortet.

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

A

Angebote

Die Kinder finden am Vormittag eine vorbereitete Umgebung vor und haben die Möglichkeit, gezielte Angebote zu besuchen.

Vor allem in Mathematik und Deutsch werden Angebote stattfinden, die die Kinder freiwillig besuchen dürfen. Auch in anderen Fächern und Interessensbereichen werden je nach Personal und Interessen und Wünsche der Kinder Angebote bereitgestellt und Projekte erarbeitet.

Es gibt soziale (z.B. Schülerversammlung, gemeinsame Spiele, Naturerlebnisse, gemeinsames Spiel u.v.m), fachliche (Mathematik, Deutsch, Englisch, Sport, Kunst u.v.m.) und außerschulische Lernräume (Praktika, Exkursionen u.v.m.), die den Kindern zur Verfügung stehen.

Ablehnung von Außen

Versucht nicht, jemanden zu überzeugen. Diese Schule wirkt für sich selbst. Man kann niemanden dazu überreden. Wenn Ihr Euch klar für diese Schule entscheidet, ist das der entscheidende Impuls für eine fruchtbare Zeit Eures Kindes an der Schule. Das Umfeld wird sich über Eure selbstbewußten, kommunikationsfähigen und kreativen Kinder seine eigenen Gedanken machen.

Aufnahmekriterien

Wichtig ist uns vor allem, dass das Kurzkonzept unserer Schule gelesen und verstanden wurde und die Familie sich mit dem freien Lernen identifizieren kann.

Generell sind wir für jedes Kind offen und freuen uns über ein Kennenlernen.

Es wird ein individuelles Aufnahmeverfahren geben, welches mit der unverbindlichen Schulanmeldung startet, einen Infoabend und einen Infoworkshop der Eltern beinhaltet.

Wenn von beiden Seiten eine Aufnahme erwünscht ist, kann der Schulplatz zugewiesen werden.

Anmeldung

Du kannst Dein Kind unverbindlich voranmelden. Über eine Aufnahme wird dann im Einzelfall entschieden und alle Einzelheiten werden im gemeinsamen Gespräch besprochen.

Altersmischung

Das LERNATELIER wird eine Gemeinschaft anbieten, in der SuS mit- und voneinander lernen. Dabei wird die Sortierung der SuS nach dem Alter vermieden, da das Alter kein Maß für das Interesse und den Kenntnisstand des Einzelnen darstellt. Das wechselseitige Lernen von SuS unterschiedlichen Alters ist besonders effektiv. Untersuchungen zeigen, dass die Altersmischung in einer derartigen Lernumgebung wie dem Offenen Unterricht bei den älteren SuS zudem das Gefühl von sozialer Verantwortung stärkt und zu einem kreativeren Umgang mit Lerninhalten und Lernstrategien führt. Die Altersmischung in Kursen führt zu einer gegenseitigen Unterstützung beim Lernen, so dass SuS sowohl lernen als auch sich gegenseitig etwas beibringen. Zudem wirkt sich das Lernen und Leben in altersgemischten Gruppen förderlich auf die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung der jungen Menschen aus. Das Lernen in Gruppen mit einer gesunden Heterogenität entspricht dem Bestreben des Landes Baden-Württemberg, weitere Gemeinschaftsschulen mit altersgemischten Lerngruppen einzuführen.


B

Bewertung

An unserer Schule wird es für die SuS keine Benotungen im klassischen Sinn geben. Wir sind der Ansicht, dass eine Note nicht der Vielschichtigkeit einer Leistung gerecht wird und zu kurz greift. Wichtige Aspekte, wie das aktuelle Empfinden am Tag einer Benotung werden damit nicht berücksichtigt. Auch fördern Noten das Konkurrenzdenken und können Minderwertigkeitsgefühle erzeugen. Außerdem unterliegen Leistungsbeurteilen verschiedenen Bezugsnormen (soziale, individuelle, sachliche Bezugsnorm), was eine Note niemals objektiv werden lässt. Beides steht der kompetenten Selbsteinschätzung des Kindes entgegen.

Stattdessen etablieren wir eine Feedbackkultur zwischen SuS und LuL, welche wertschätzend, ehrlich und zielführend stattfinden wird.

Betreuungszeit

Wir sind eine Halbtagsschule.

Unsere Betreuungszeiten sind von 8.00 – 13.00 Uhr

Ankommenszeit und Freiarbeit ist von 8.00 – 9.00 danach wird mit einem gemeinsamen Morgenkreis in den Tag gestartet und die jeweiligen Angebote besprochen.

Da die SuS individuell oder in Angeboten fächerübergreifend lernen, ist der Wochenstundenplan entsprechend jeder Schülerin und jedes Schülers verschieden. Womit die aktiven Lern- und Lehrzeiten im Offenen Unterricht von den SuS gefüllt werden, wird differenziert festgelegt und miteinander besprochen. Nachfolgend ein Beispiel eines Wochenplans:


Uhrzeit

MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitag
8:00 – 9:00Ankommen und FreiarbeitAnkommen und FreiarbeitAnkommen und FreiarbeitAnkommen und FreiarbeitAnkommen und Freiarbeit
9:00 –
9:30
MorgenkreisMorgenkreisMorgenkreisMorgenkreisMorgenkreis

9:30 –
12:30
Offener
Unterricht, MINT Projekt, Werkstatt-projekt,
Leseprojekt,
weitere
Angebote
und Projekte
Offener
Unterricht, MINT Projekt,
Kochen,
weitere Angebote
und Projekte
Offener
Unterricht, weitere
Angebote
und Projekte,
Schulver-sammlung
Exkursionstag
(Waldtag,
Museums-besuch, Firmen-
besichtigung…)
Offener
Unterricht, MINT Projekte,
Sport-
angebote,
weitere
Angebote
und Projekte
12:30 -13:00Abschluss- und DokumentationszeitAbschluss- und DokumentationszeitAbschluss- und DokumentationszeitAbschluss- und DokumentationszeitAbschluss- und Dokumentationszeit

C


D

Demokratie

Im Zentrum einer jeden Demokratischen Schule steht die Mitbestimmung. Richtschnur ist dabei die Überlegung, dass die SuS insbesondere auf die Aspekte des Schulalltags Einfluss haben sollen, welche die Gestaltung ihrer Lernprozesse und die Regeln ihres Zusammenlebens betreffen.

Zusätzlich zu der Schulversammlung findet ein großer Teil der Mitbestimmung im Schulalltag in den Gremien und Arbeitsgemeinschaften statt. Dort treffen sich die SuS häufiger und müssen sich öfter auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen oder die Verwendung von begrenzten Ressourcen untereinander abstimmen.

Es ist positiv hervorzuheben, dass SuS angesichts solcher Abläufe alltäglich die Gelegenheit haben, aktiv den eigenen Schulalltag mitzugestalten.

Digitale Medien

In der heutigen Gesellschaft sind digitale Medien nicht mehr wegzudenken. Medienkompetenz ist eine wichtige Fähigkeit, um in dieser pluralistischen und medialen Welt zurechtzukommen. Uns ist wichtig, dass die SuS in einem dynamischen Prozess mitentscheiden können, inwiefern Medien wie Smartphones und Tablets in den Schulalltag eingebunden werden. Hierfür stehen die LuL im engen Austausch zu den SuS und reflektieren gemeinsam die Mediennutzung. Generell klammern wir digitale Medien nicht aus dem Schulalltag aus, da sie auch eine wichtige Ressource für das Lernen darstellen.


E

Elternmitarbeit

Da wir eine Elterninitiative sind, ist die Mitarbeit verpflichtend.

Wir sehen uns als Schulgemeinschaft, die von den Fähigkeiten der Einzelnen profitiert.

Es gibt z. B. die Möglichkeit, Lernangebote bereitzustellen, Dienste an Schulfesten zu übernehmen u.v.m..

Es gibt verschiedene Gremien, in welchen die Eltern sich organisieren (z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Schulgebäude, Schulatmosphäre, Finanzen, Personal, Aufnahme…)


F

Finanzierung

Zur Finanzierung unseres Vorhabens müssen wir einen Kredit aufnehmen, um die Wartefrist von drei Jahren zu überbrücken. Dann bekommen wir staatliche Zuschüsse in der Höhe von 80 % von dem, was Regelschulen bekommen. Die fehlenden 20 % müssen wir mit Schulgeld und Spenden finanzieren.

Freies Spielen

„Für Kinder sind Spielen und Lernen untrennbare Begriffe. Es sind für sie Synonyme.“ (André Stern)

Mit Spielen meinen wir an dieser Stelle die freiwillige Aktivität der SuS zu einer Tätigkeit mit unvorhersehbarem Ablauf und offenem Ausgang. Spiele sind durch das rasche Treffen von eigenen Entscheidungen gesteuert und sind meist mit ungezwungener und lebhafter Phantasie verbunden. Kinder, die die Möglichkeit dazu haben, verbringen viel Zeit mit Spielen. Genau dieses Spielen hat eine erheblich bildende Wirkung. Es fördert nicht nur die Entwicklung wichtiger motorischer, emotionaler und sozialer Fähigkeiten, sondern auch die für das Problemlösen bedeutsame Kreativität und Phantasie.

Spielen kann unter anderem als Übung des Problemlösens angesehen werden. Im Spiel kann man praktisch ausprobieren, was man bisher nur in Gedanken simuliert hat. So ist das Spiel quasi die Werkstatt und das Labor für die Umsetzung von neuen Ideen. Freies Spielen ist immer eng mit Neugier und damit mit Forschen und Experimentieren verbunden. Beim Bauen, Überarbeiten und Rekonstruieren von Modellen der Realität testet man ständig neue Konstrukte und Wege, Informationen zu verarbeiten.

„Das Spiel ist die höchste Form der Forschung.“ (Albert Einstein)

„Beobachten Sie die unglaubliche Ernsthaftigkeit des Kindes beim freien Spielen! Seine Ausdauer, seine unendliche Konzentrationsfähigkeit, seine Fähigkeit, über seine eigenen Grenzen hinauszuwachsen. Das alles hat es bei auferlegten Tätigkeiten nicht.“ (André Stern)


G


H

Hausaufgaben

Fachkräfte streiten sich seit jeher darüber, wie sinnvoll Hausaufgaben sind.

Da wir der Meinung sind, dass Lernen überhaupt nur richtig Sinn macht, wenn es freiwillig stattfindet, gibt es bei uns auch nur Hausaufgaben, wenn die Kinder und Jugendlichen danach verlangen.

Wir glauben, dass verpflichtende Hausaufgaben häufig zu Konflikten innerhalb der Familie führen und die Beziehung zwischen Eltern und Kind stören kann. Auch sind wir der Meinung, dass es am Nachmittag in der Freizeit genug zu lernen gibt und dass dieses Lernen nicht weniger wertvoll ist.


I

Inklusion

Eine Aufnahme in die Schule hängt nicht davon ab, ob und in welchem Maß ein Mensch eine Behinderung hat. Wir leben in unserer Einrichtung das Prinzip der Inklusion, was konkret bedeutet, dass wir Diversität in Erziehung und Bildung anerkennen und wertschätzen. Wir leben Chancengleichheit. Grundsätzlich ist es jedem SuS möglich, an unserer Schule zu lernen. Fragen, ob die Schule Hilfsmittel bietet wie FM- Anlagen, Sehbehindertengerechte Utensilien und Barrierefreiheit, muss im Einzelfall in Absprache mit den Eltern und der Schule erfolgen. Grundsätzlich stehen wir jedem Menschen offen gegenüber und freuen uns über jedes Interesse an einer Aufnahme an unsere Schule. Ob die Inklusion eines Kindes mit Behinderung möglich ist, wird im Einzelfall entschieden.


J


K

Konflikte

Eine sinnvolle Strategie zur Konfliktlösung ist für die Schule und für die SuS von enormer Bedeutung. Zum einen garantiert sie, dass die SuS in einem sicheren Umfeld leben und lernen können, zum anderen kann nur durch Erfahrung ein produktiver, konstruktiver Umgang mit Konflikten erlernt werden.

Bei Konflikten und Regelverstößen können die SuS sich an die Schulversammlung sowie an Mentoren oder andere Personen des Vertrauens wenden.

Generell ist uns wichtig, dass jeder Konflikt gesehen und wertschätzend begleitet werden kann, wenn dies von den betroffenen SuS gewünscht wird.

Kooperationen

Kinder sind ein wichtiger Teil in der Gesellschaft und brauchen einen festen Platz darin. Um Wege zu finden, wie sie ihre Talente und Begabungen in die Gesellschaft einbringen können, müssen sie sich aufgenommen fühlen und eng vernetzt sein mit dem Leben – auch außerhalb des Schulgebäudes. Wir wollen ein Netzwerk der Zusammenarbeit der Vereine und lokaler Unternehmen ermöglichen, so dass alle Menschen sich begegnen und voneinander lernen können – Jung und Alt, Groß und Klein.


L

Lernbegleiter

Die LuL an unserer Schule weisen eine gleichwertige Qualifikation auf, wie examinierte Pädagogen an Regelschulen.

Sie begleiten das Lernen und die Entwicklung der Kinder, indem sie mit ihren personellen Ressourcen zur Verfügung stehen. Individuell werden Lerninhalte, Lernzeiten und Lernorte vereinbart. Auch das Vorbereiten von und das Heranführen an die schulischen Ressourcen wie Arbeitsmaterialien, Bibliothek, Lernmittel etc. gehören zu den Aufgaben der LuL. Weiterhin werden in regelmäßigen Abständen Gespräche mit den SuS geführt, um bisherige Lernprozesse zu reflektieren und Möglichkeiten zu finden, weitere Lernvorhaben zu realisieren. Das LERNATELIER sieht dabei den konstruktiven Umgang mit Fehlern als wichtigen Bestandteil des Lernprozesses an. Sie begreift diese als Teil und Ausgangspunkt der Lernwege der SuS und setzt sich zum Ziel, an das ursprünglich unverkrampfte Verhältnis der Kinder zu Fehlern anzuknüpfen. Hier kommt nochmals die veränderte Rolle der LuL zum Tragen, die in erster Linie nicht fixierte Rezepte zur Lösung von Aufgaben vorgeben, sondern das Denken der Kinder ergründen, um ausgehend von diesem den individuellen Lernprozess optimal begleiten zu können.


M

Material

Verschiedenes Arbeitsmaterial, vor allem aus der Montessori-Pädagogik, bietet den SuS die Möglichkeit, sich durch konkretes Tun und Begreifen individuell und selbstbestimmt mit einem Lerninhalt auseinander zu setzen.

Die Montessori-Materialien sind so beschaffen, dass sie durch ihr äußeres Erscheinungsbild die Aufmerksamkeit des Kindes erwecken und seinen Sinn für Ästhetik ansprechen (Farben, Materialbeschaffenheit, Gestaltung). Die im Material meist integrierte Selbstkontrolle ermöglicht den Kindern ein vom Erwachsenen weitgehend unabhängiges Lernen. Die praktische (Sinnes-)Erfahrung abstrakter Lerninhalte in Form der Arbeitsmaterialien unterstützt die geistige Entwicklung des Kindes.


N

Naturpädagogik

Kinder weisen von Geburt an eine natürliche Verbundenheit zu Flora und Fauna auf, was sich in der besonderen Art der Fürsorge und der Begeisterungsfähigkeit, die sie im Naturraum entwickeln, zeigt. Beziehen wir uns an dieser Stelle auf die Biophilia-Hypothese von Andrew Wilson (Gullone), die sagt, dass die Menschen aufgrund der ihnen angeborenen Biophilie, Verbindungen mit anderen Lebewesen spüren und sich von ihnen angezogen fühlen. Dabei sind alle Lebensformen angesprochen, welche die Natur offeriert. Nach der Biophilia-Hypothese ist ausreichend Kontakt zur Natur notwendig, um wirklich gesund zu bleiben und den Sinn des Lebens zu finden.

„Die Erfahrungen, die wir in und mit der Natur machen, sind auch Erfahrungen mit uns selbst – nicht nur, weil wir es sind, die diese Erfahrungen machen (das wäre trivial) – sondern weil Naturphänomene Anlässe sind, uns auf uns selbst zu beziehen.“ (Ulrich Gebhard)

Lernen durch Erleben ist im Innen und Außen möglich. Die vorbereitete Umgebung im Inneren des Schulgebäudes wird ergänzt durch die auf ihre eigene Art gestaltete Umgebung im Außen – und zwar sowohl auf dem Schulgelände als auch in der freien umgebenden Natur. Auch hier können wir vielschichtige Erfahrungen sammeln und uns komplexe Muster erschließen.


O

Offener Unterricht

Die Grundlage allen Lernens ist die subjektive Motivation des Lernenden. Der offene Unterricht schafft die idealen Voraussetzungen für nachhaltiges kompetenzorientiertes Lernen dadurch, dass sich die Herangehensweise am Lernenden selbst orientiert, ihn in den Mittelpunkt stellt und nicht durch Lernziel-orientierte Maßnahmen versucht wird Bildung zu erzeugen.

Dies erfordert einen Perspektivenwechsel bzgl. der gängigen methodisch-didaktischen Herangehensweise und eine ganzheitliche Sicht auf die SuS, sowie eine neue Beziehungskultur zwischen Lehrenden und Lernenden.

„Dabei geht es nicht darum die Fächer (und ihre Didaktiken) zu schwächen, sondern sie zu stärken, um die ihnen innewohnende Kraft wieder zugänglich zu machen. So zugänglich, dass die Neugier und die Begeisterung, die Kinder zum Erforschen ihrer Welt mit in die Schule bringen, nicht nur erhalten bleibt, sondern auch auf uns Lehrer abstrahlt und uns gefangen nimmt. Dann werden nicht nur Fächer wie Deutsch und Kunst wieder hochspannend, sondern auch „geächtete“ Fächer wie Physik und Mathematik wieder zu dem, was sie vor ihrer Verschulung einmal waren: spannende Zugangsweisen zu gefangennehmenden Phänomenen und Strukturen.“ (Dr. Falko Peschel)

Lehren ist vor allem als strukturiertes, umfassendes Angebot an den Lernenden zu sehen, das nicht nur auf der Inhalts-, sondern auch auf der Beziehungsebene abläuft. Dr. Falko Peschel setzt für die erfolgreiche Umsetzung offenen Unterrichts deshalb voraus, dass diese Offenheit in allen 5 Dimensionen (organisatorisch, methodisch, inhaltlich, sozial und persönlich) gegeben sein muss.

Für die Unterrichtsorganisation bedeutet dies, dass grundlegende Veränderungen notwendig sind, um die SuS grundsätzlich mit einzubeziehen und selbstwirksames und selbstkompetentes Lernen zu ermöglichen. Dazu gehören Lerninhalte und -wege, Organisation und Regelstrukturen der Schule und eine gleichberechtigte Beziehungskultur.

Zu den üblichen Formen des offenen Unterrichts gehören u.a. Freiarbeit, Projektunterricht, Wochenplanunterricht und Stationenlernen.


P


Q


R

Reformpädagogik

„Es liegt nicht an den Kindern, der Norm der Schule zu entsprechen, es ist Aufgabe der Schule, der Verschiedenheit der Kinder Rechnung zu tragen.“ (Célestin Freinet)

Die Reformpädagogik ist geprägt durch individuelle Lernwege und selbsttätiges Lernen in anregenden Umgebungen. In fast allen reformpädagogischen Modellen sind ähnliche Schrittfolgen selbstgesteuerten Lernens wieder zu finden.

Nicht mehr der Lernende muss sich den Bedingungen und Anforderungen der Bildungseinrichtung anpassen, sondern die Bildungseinrichtung ist dazu aufgefordert, möglichst für alle Lernenden eine lernförderliche Umgebung zu schaffen, z.B. didaktisches Material und die vorbereitete Umgebung nach Montessori.


S

Schulgeld

Bis jetzt planen wir mit folgender Tabelle:

1. Kind2. Kind3. Kind4. Kind
240 Euro180 Euro120 Euro60 Euro

Änderungen vorbehalten. (z.B. Anpassung nach Gebäudefindung)
Dadurch Sonderkündigungsrecht im Schulvertrag.

Sonderregelungen auf Anfrage.

Dazu kommen Einlagen, die für jedes Kind gezahlt werden. Diese erhält man zurück, wenn das Kind die Schule verlässt. Die Höhe steht noch nicht fest. Alternativ soll es möglich sein, eine Kleinbürgschaft für den Kredit, den wir aufnehmen müssen, zu übernehmen.

Schulversammlung

Alle Regeln unseres Schulalltags werden von der Schulgemeinschaft in den wöchentlichen Versammlungen basisdemokratisch geregelt, wobei jedes Mitglied der Schulgemeinschaft (SuS und Mitarbeiter) eine Stimme hat und sich an die beschlossenen Regeln halten muss – unabhängig davon, ob er an der entsprechenden Schulversammlung teilgenommen habt. Regelmäßig werden Regeln wieder geändert, neu erstellt oder abgeschafft. Wenn jemandem eine Regel nicht gefällt, kann er oder sie sich jederzeit in der Versammlung um eine Änderung bemühen.

Schulform

Das LERNATELIER ist geplant als Grundschule sowie Haupt- und Werkrealschule und umfasst die Jahrgangsstufen 1 bis 4 der Primarstufe (Grundschule) und die Klassen 5 bis 10 der Sekundarstufe (Werkrealschule). Eine räumliche Trennung zwischen Grund- und Werkrealschule wird es grundsätzlich nicht geben und alle Angebote stehen allen SuS offen, wenngleich einige Bereiche und Materialien gezielter auf die Bedürfnisse der Grundschüler zugeschnitten sein werden und andere Räumlichkeiten mehr auf die Bedürfnisse älterer Schüler in der Sekundarstufe abgestimmt sind (vorbereitete Umgebung).

Wir planen zum Einstieg eine Grundschule mit 10-15 SuS im Schuljahr 2021.

In den Folgenden Schuljahren werden pro Schuljahr 10 bis maximal 15 Kinder aufgenommen.


T


U

Unterricht

Kerngedanken des offenen Unterrichts bilden die Basis für die Lehr- und Lernmethoden.

Die übliche Form des Lernens in herkömmlichen Schulen ist Unterricht. Im LERNATELIER ist Unterricht eine Möglichkeit von vielen, die den SuS zur Verfügung steht. Um von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, werden verbindliche Verabredungen zwischen SuS und LuL getroffen. Dabei legen sie neben fachlichen Inhalten auch Ort, Zeit, Dauer und Struktur des Lerngeschehens fest. SuS, sowie LuL verpflichten sich, die vereinbarten Regelungen für den besprochenen Zeitraum einzuhalten und gegebenenfalls gemeinsam neu zu gestalten. Der Unterricht wird dabei nicht unbedingt aus Gruppen gleichaltriger SuS bestehen. Ausschlaggebend für die Zusammensetzung sind vielmehr das Interesse der SuS und gegebenenfalls das Niveau des Stoffes, sowie die Zugehörigkeit zu einer Lernstufe.

Diese Art von Unterricht wird ergänzend auch mit Experten außerhalb des Mitarbeiterkreises organisiert, wenn diese das fachliche Wissen oder den Erfahrungsschatz haben, nach welchem die SuS fragen. Damit wird die Bandbreite des möglichen zu erwerbenden Wissens deutlich erweitert. Eine weitere Form des Unterrichts wird außerhalb des Schulgeländes, beispielsweise in anderen Einrichtungen und in Form von Exkursionen stattfinden. Auch wird es Situationen geben, in denen erfahrene SuS Unterrichtssituationen mit weniger erfahrenen Mitschülerinnen und Mitschülern aufbauen und durch diese Lehrsituation ihr eigenes Wissen verfestigen und erweitern.

Neben Unterricht und individualisiertem Lernen, wird das Lernen in differenzierten Projekt- und Arbeitsgruppen in nahezu jeder erdenklichen Form angeboten werden – sowohl auf dem Schulgelände als auch an anderen Orten. So wird nach einer Exkursion, z.B. in ein Museum, für einige SuS eine Vertiefung mit einem aufgekommenen Thema in Intensiv-Kursen, langfristig angelegten Kursen oder in Projekten mit einem oder mehreren SuS aufgenommen. Arbeitsgruppen finden sich nach Interessen zusammen und arbeiten, oft mit Unterstützung der LuL, gemeinsam in Kurs- oder Projektform zu einem Thema, beispielsweise Physik, Theater, Umweltschutz oder Medientechnik.

Die Themenvielfalt möglicher Kursangebote ist nahezu unbegrenzt. So wird es zahlreiche Kurse und Projekte sowohl mit bildungsplanrelevanten Themen, als auch mit weiteren Themen geben, wie beispielsweise Klavier spielen, Baumhäuser bauen, Basketball, Filmprojekte, Tanzkurse, Computerspiele programmieren, eine Reise planen, Bienen züchten, Bandprojekte, Geschichten schreiben, über Politik diskutieren, Herausforderungen meistern und so weiter. Zukunftsbedeutsame und aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen neue (heute noch unbekannte) Themen warden im LERNATELIER laufend hinzukommen.


V

Vorbereitete Umgebung

Unter der „vorbereiteten Umgebung“ versteht Montessori den psychosozialen Rahmen, in dem geistiges Wachstum und persönliche Bildung gelingen kann. Er umfasst sowohl die Ausstattung und Ordnung der Lernumgebung als auch die Lehr- und Beziehungsperson. Je nach Entwicklungsstufe benötigt ein Kind eine andere Umgebung. Daher wird es am LERNATELIER verschiedene Themenbereiche geben, die sich mit den Bedürfnissen der Kinder und den gesellschaftlichen Bedingungen immer wieder auseinandersetzen und sich entsprechend ändern.

Ebenso wird eine durchgängig ganzheitliche Sicht des Lernenden und des zu Lernenden betont, z.B. die selbsttätige Schaffung von Ganzheiten durch die SuS nach Freinet.


W

Werte und Grundannahmen

Wir verstehen uns als eine lernende Organisation mit klaren Werten und klaren pädagogischen Zielen, welche hier näher erläutert werden.

  • Alle Menschen sind unterschiedlich. Jeder Mensch hat individuelle Interessen, Stärken, Schwächen und Bedürfnisse. Daher halten wir es für notwendig unsere pädagogische Arbeit an den individuellen Eigenschaften der Kinder und Jugendlichen auszurichten.
  • Menschen sind soziale Wesen. Gute soziale Beziehungen sind eine unverzichtbare Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung und ein erfülltes Leben.
  • Gute soziale Beziehungen erfordern Vertrauen. Um einander vertrauen zu können, bedarf es einer Kultur, in der man offen über die eigenen Fehler sprechen und zu den eigenen Fehlern stehen kann.
  • Menschen sollten im Rahmen ihrer körperlichen, intellektuellen und psychosozialen Möglichkeiten möglichst viel Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen. Wir sehen die Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben als eine Grundvoraussetzung für ein mündiges, selbstbestimmtes Leben an.
  • Die Freiheit, eigene Entscheidungen treffen zu können, ist eine notwendige Voraussetzung dafür, die Verantwortung für seine Entscheidungen übernehmen zu können. Daher erachten wir es für notwendig, den Kindern und Jugendlichen so viel Freiheit zuzugestehen, wie es der individuelle Stand ihrer körperlichen, geistigen und psychosozialen Entwicklung zulässt.
  • Menschen sind von Natur aus neugierig. Die zentrale Aufgabe unserer pädagogischen Arbeit ist es, Kinder und Jugendliche beim Entfalten dieser Neugier zu unterstützen und zu begleiten.
  • Das Vollbringen von Leistungen und das Erweitern der eigenen Fähigkeiten sind zwei fundamental positive Prozesse. Ein aktives Verfolgen von selbstgesetzten, persönlichen Lern- und Leistungszielen betrachten wir als einen wichtigen Einflussfaktor für ein glückliches und erfülltes Leben.
  • Wir erachten Sinnerleben für einen fundamentalen Bestandteil menschlichen Wohlbefindens. Menschen, die lediglich kurzfristig denken, keine Werte haben und keine langfristigen Ziele verfolgen, machen ihr Wohlbefinden abhängig von kurzfristigen Konsumerfahrungen und vom Lob und Tadel durch andere Menschen. Grundlegende innere Werte und langfristige Ziele im Leben sind wichtige Faktoren, die Menschen stark machen und ihnen helfen, sich in der Welt zu orientieren.1

1 Frankl, V. E., Konrad Lorenz (1989) S. 223 f


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Wir hoffen mit diesem FAQ Deine Fragen beantwortet zu haben.
Ist dies nicht der Fall, kannst du uns gerne kontaktieren.